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Wo liegen die Gründe für diese
Entwicklung? Grundsätzlich gilt, daß Boden im Gegensatz zu
den meisten handelbaren Gütern nicht vermehrbar ist. Steigende Nachfrage
bei knappem Angebot führt deshalb zu wesentlich stärker steigenden
Preisen als dies bei anderen Gütern der Fall wäre. Vor allem
zwei Trends haben in den letzten 20 Jahren die Entwicklung der Nachfrage
am Bodenmarkt bestimmt. Einerseits stieg das durchschnittliche Haushaltseinkommen
durch die wachsende Zahl an Doppelverdienern. Durch das höhere Einkommen
nahm auch die Nachfrage nach Wohnraum, Baugrundstücken etc.zu, womit
das Angebot naturgemäß nicht mithalten konnte. Als Folge stiegen
die Preise, und ein nicht unwesentlicher Teil des erwirtschafteten Zusatzeinkommens
floß direkt in die Taschen der glücklichen Grundbesitzer, während
die Haushalte die höheren Kosten tragen mußten, aber in der
Regel nicht wesentlich mehr Wohnraum zur Verfügung hatten. Der zweite
entscheidende Faktor ist der Trend weg von den ländlichen Gebieten
hin zu den Ballungszentren. Dieser führt zu einer ständig steigenden
Nachfrage nach Boden in den Städten und damit zu einem massiven Anstieg
der Preise.
Es kann also mit Recht behauptet werden, daß die Gewinner dieser
wichtigen gesellschaftlichen Trends der letzten Jahrzehnte die Grundbesitzer
sind. Wer das Glück hatte Boden in den Ballungsräumen zu erben
oder zum rechten Zeitpunkt zu erwerben kann mit einem Grundeinkommen rechnen,
während der Rest der Bevölkerung einen immer höheren Anteil
seiner Arbeitszeit darauf verwenden muß um der privilegierten Schicht
dieses Grundeinkommen zu finanzieren.
Nun kann man argumentieren, daß dies auch auf andere Kapitalgüter
zutrifft, also im Wesen eines kapitalistischen Wirtschaftssystems liegt,
und nur auf Kosten der Effizienz des Marktsystems geändert werden
könnte. Worin unterscheidet sich aber der Boden von anderen Marktgütern?
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