Franz Weiß
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Ursachen für steigende Bodenpreise
Wo liegen die Gründe für diese Entwicklung? Grundsätzlich gilt, daß Boden im Gegensatz zu den meisten handelbaren Gütern nicht vermehrbar ist. Steigende Nachfrage bei knappem Angebot führt deshalb zu wesentlich stärker steigenden Preisen als dies bei anderen Gütern der Fall wäre. Vor allem zwei Trends haben in den letzten 20 Jahren die Entwicklung der Nachfrage am Bodenmarkt bestimmt. Einerseits stieg das durchschnittliche Haushaltseinkommen durch die wachsende Zahl an Doppelverdienern. Durch das höhere Einkommen nahm auch die Nachfrage nach Wohnraum, Baugrundstücken etc.zu, womit das Angebot naturgemäß nicht mithalten konnte. Als Folge stiegen die Preise, und ein nicht unwesentlicher Teil des erwirtschafteten Zusatzeinkommens floß direkt in die Taschen der glücklichen Grundbesitzer, während die Haushalte die höheren Kosten tragen mußten, aber in der Regel nicht wesentlich mehr Wohnraum zur Verfügung hatten. Der zweite entscheidende Faktor ist der Trend weg von den ländlichen Gebieten hin zu den Ballungszentren. Dieser führt zu einer ständig steigenden Nachfrage nach Boden in den Städten und damit zu einem massiven Anstieg der Preise.

Es kann also mit Recht behauptet werden, daß die Gewinner dieser wichtigen gesellschaftlichen Trends der letzten Jahrzehnte die Grundbesitzer sind. Wer das Glück hatte Boden in den Ballungsräumen zu erben oder zum rechten Zeitpunkt zu erwerben kann mit einem Grundeinkommen rechnen, während der Rest der Bevölkerung einen immer höheren Anteil seiner Arbeitszeit darauf verwenden muß um der privilegierten Schicht dieses Grundeinkommen zu finanzieren.

Nun kann man argumentieren, daß dies auch auf andere Kapitalgüter zutrifft, also im Wesen eines kapitalistischen Wirtschaftssystems liegt, und nur auf Kosten der Effizienz des Marktsystems geändert werden könnte. Worin unterscheidet sich aber der Boden von anderen Marktgütern?

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