Franz Weiß
e-mail:fweiss@edv1.boku.ac.at


Wohnungsmarkt und Bodenpreise
Grund und Boden unterliegt seit Jahrzehnten einer Preissteigerung wie kaum ein anderes gehandeltes Gut. Insbesondere in den Ballungszentren  nimmt dieser Trend teilweise absurde Ausmaße an. Nach Berechnungen der Statistik Austria stiegen die Preise für Errichtung, Miete und Instandhaltung von Wohnungen seit 1967 um mehr als 750 Prozent. Die allgemeine Preissteigerung (Gesamtindex der Verbraucherpreise) betrug dagegen für den selben Zeitraum vergleichsweise bescheidene 280 Prozent (siehe Statistisches Jahrbuch 2003). Das heißt, die Preise fürs Wohnen stiegen mehr als doppelt so stark wie die Preise anderer Konsumgüter. Der durchschnittliche monatliche Wohnungsaufwand pro Quadratmeter stieg von 1990 bis 2000 von 2,67 € auf 4,39 € um 64% verglichen zu 29% allgemeiner Preissteigerung und 41% Steigerung des Tariflohnindex. In den Ballungszentren wie Wien ist die Steigerung noch höher, in peripheren Lagen wesentlich geringer (siehe Statistisches Jahrbuch 2002). Die stärksten Zuwachsraten können bei den Bodenpreisen beobachtet werden. Laut Immobilienpreisspiegel des Fachverbandes der Immobilientreuhänder ( http://www.wkimmo.at ) stiegen die Preise für Baugrundstücke in Wien zwischen 1990 und 2000 je nach Lage um 86 bis 122 Prozent. Interessant sind auch die Unterschiede in den Grundstückspreisen selbst. Während man zum Beispiel 2002 in Wien Döbling mehr als 600 € für den Quadratmeter Baugrund hinblättern mußte,  konnte man in Wien Favoriten schon um 200 €  fündig werden und in peripheren Gemeinden der Bundesländer konnte man überhaupt schon um 20 €/m2 und weniger Baugründe in guten Lagen erwerben (siehe dazu Gewinn-Grundstückspreisübersicht 2002: http://www.gewinn.co.at ).

Zurück                                      Weiter